Letzte Änderung mit MIKE Urban Version 2008, Service Pack 1
Im Rahmen der Löschfallanalyse führt MIKE Urban hunderte Einzelsimulationen durch und hilft so, die kritischen Entnahmestellen in einem Netz aufzufinden. Man unterscheidet drei grundsäztliche Berechnungsaufgaben mit diversen Zusatzoptionen:
Nachdem die Einstellungen im Editor Löschwasserbedarf getroffen und gespeichert worden sind, startet man die EPANET-Berechnung und wählt „Löschwasser-Analyse“.
| Feld | Erklärung |
|---|---|
| Berechnungsaufgabe | |
| (1) Verfügbare Löschwassermenge bei gegebenem Wasserdruck | MIKE Urban stellt an jedem Knoten durch ein temporäres Reservoir den Entnahmedruck ein und gibt an, welche Löschwassermenge sich einstellt |
| Minimalen Netzdruck halten | Falls bei obiger Lösung in irgendeinem Knoten des Netzes der minimale Netzdruck unterschritten wird, wird der Entnahmedruck iterativ erhöht (und damit die Entnahmemenge verringert). |
| Suchradius für minimalen Netzdruck | Ein kleinerer Suchradius verringert die Rechenzeit, weil der minimale Netzdruck (s.o.) nur in einer definierten Umgebung um die Entnahmestelle überprüft wird. |
| Max. Entnahme | Um zu verhindern, dass in Knoten mit hohem Umgebungsdruck bei gegebenen Wasserdruck zu viel Löschwasser entnommen wird, kann die Entnahme begrenzt werden. |
| Kein Rückfluss | Falls durch den gegebenen Entnahmedruck (temporäres Reservoir!) ein Druckgefälle vom Hydranten weg erzeugt wird, weil der Umgebungsdruck niedrig ist, ergäbe sich eine Einspeisung ins Netz. Dies wird durch diesen Schalter verhindert. |
| (2) Verfügbarer Druck bei gegebenem Löschwasserbedarf | MIKE Urban stellt an jedem Knoten durch eine temporäre Entnahme die Löschwassermenge ein und ermittelt den resultierenden Druck. |
| Methode Knotenbedarfsfaktor | In manchen Ländern wird statt einer fixen Löschwassermenge ein Vielfaches des normalen Wasserbedarfes als Belastung herangezogen. Der Faktor wäre hier zu spezifizieren. |
| (3) Hydrantenleistung | MIKE Urban variiert die Höhe eines temporär angeschlossenen Reservoirs und ermittelt für die verschiedenen Entnahmedrücke die verfügbare Löschwassermenge. |
| Hydrantenverluste | |
| Hydrantenverluste berücksichtigen | Zusätzlich können folgende Verluste am Hydranten berücksichtigt werden, welche insbesondere durch den Feuerwehrschlauch hervorgerufen werden: |
| Lokaler Verlustkoeffizient | Summe aller lokalen Verluste im angeschlossenen Schlauch |
| Angeschl. Rohrdurchmesser | Durchmesser des Schlauches |
| Angeschl. Rohrlänge | Länge des Schlauches |
| Angeschl. Rohrrauhigkeit | Rauhigkeit des Schlauches |
| Kritische Knoten | |
| Kitische Knoten suchen | aktiviert die Suche nach kritischen Knoten |
| Krit. Knotendruck | Bei der Suche werden alle Knoten ausgewiesen, in denen der Druck während der Löschwasserentnahme unter den hier angegebenen Wert fällt |
| Suchradius für kritische Knoten | Knoten außerhalb des Suchradius rund um einen Hydranten werden nicht mehr auf den kritischen Knotendruck hin geprüft |
| Nur innerhalb der Zone1) | Zu jedem Hydranten werden nur die Knoten auf den kritischen Knotendruck hin geprüft, die in der gleichen Druckzone liegen wie der Hydrant |
| Hydrantenauswahl | |
| Ausgewählte Knoten verwenden | führt die Berechung nur für die ausgewählten Knoten durch |
| Alle Knoten verwenden | führt die Berechnung für alle Knoten durch |
| Hydranten | liest und schreibt in eine spezielle dbf-Datei; in der aktuellen Version nicht implementiert |
| Zeitniveau | |
| Zeitniveau wählen | nur für die Ganglinien-Simulation: legt fest, zu welchem Zeitschritt mit der Löschwasserentnahme begonnen wird |
| Schaltflächen | |
| Schließen | schließt den Editor; die eigentliche Analyse wird im Simulations-Dialog gestartet |
Wenn man mit der Option „Ausgewählte Knoten verwenden“ arbeitet, müssen die entsprechenden Knoten vor dem Starten der Simulation ausgewählt sein. Will man die Knoten, die als Hydranten fungieren, nicht immer wieder durch Klicken auswählen, gibt es zwei Alternativen.
1. Sie speichern die ausgewählten Knoten vorab mit „Werkzeuge > Auswahl > Auswahl speichern“ z.B. in eine „Hydranten.mus“. Vor jedem Simulationsstart laden Sie die „Hydranten.mus“ und wählen so auf Knopfdruck die richtigen Knoten aus.
2. Sie versehen alle Hydranten im Feld Beschreibung (mu_Junction.Description) mit dem Text „Hydrant“ und führen vor der Simulation eine Auswahl mit dem Attribut Description durch. Diese Methode hat den netten Nebeneffekt, dass Sie die Hydranten im Lageplan mit einem besonderen Symbol darstellen können. Und nichts hindert Sie daran, zusätzlich mit einer Auswahldatei zu arbeiten.