Instabilitäten in der hydrodynamischen Berechnung können verschiedene Ursachen haben. Gelegentlich treten sie auf, wenn große Haltungen in einen Schacht mit wenig Volumen treffen, oder wenn sehr viele Haltungen sich in einem Schacht treffen. Aber es gibt auch andere Gründe, wie eine große und steile Haltung, die auf eine kleine und flache Haltung trifft, oder eine große und lange Haltung, die auf eine kleine und kurze Haltung trifft. Manchmal sind Düker, Wehre oder Pumpen schuld an Instabilitäten.
Die Fehlermeldung „Schacht xy: Wasserspiegel mehr als 10 m über Gelände“ tritt nicht immer dort auf, wo das Problem seine Ursache hat. Die folgenden Ansätze sollen helfen, die Ursache der Instabilität zu finden.
Notieren Sie den Zeitschritt, bei dem die Simulation abbricht. Die PRF-Datei sollte ja trotz des Abbruchs erzeugt worden sein.
(1) Führen Sie eine neue Simulation durch, die aber kurz (beispielsweise fünf Minuten oder eine Minute) vor der Fehlermeldung endet.
(2) Benutzen Sie diese Ergebnisdatei als Hotstartdatei für einen Simulationslauf, bei dem Sie sich dem Abbruch mit einer hohen zeitlichen Auflösung nähern. Dazu stellen Sie den Simulationsschritt auf eine Sekunde, oder Sie weisen MIKE URBAN in der dhiapp.ini einen noch kleineren Zeitschritt zu.
(3) Speichern Sie die Ergebnisse zu jedem simulierten Zeitschritt, indem Sie im im Editor „MOUSE-Berechnung“, Register „Abflusstransport“ hinter „Speichern alle“ für Stunden, Minuten und Sekunden jeweils den Wert 0 angeben.
Nun müssen Sie Stellen finden, an denen Schwingungen auftreten. Schwingungen zeichnen sich dadurch aus, dass innerhalb eines kurzen Zeitabschnitts große Unterschiede zwischen minmalem und maximalen Durchfluss bzw. Wasserspiegel auftreten.
Eine Möglichkeit wäre, die HTML-Zusammenfassung auszuwerten.
Da die HTML-Zusammenfassung nur bei einer regulär beendeten Simulation erstellt wird, muss man das Ende des Simulationslauf kurz vor dem bevorstehenden Abbruch ansetzen.
Anschließend überträgt man die HTML-Tabellen zur Analyse in eine Tabellenkalkulation, zum Beispiel mit Hilfe der Firefox TableTools2.
Eine andere Möglichkeit besteht in der Auswertung der PRF-Ergebnisdatei in MIKE URBAN.
(1) Laden Sie die Ergebnisdatei in MIKE URBAN.
(2) Berechnen Sie die Minima des Wasserspiegels und des Durchflusses und exportieren Sie die Ergebnisse als Shape-Datei.
(3) Berechnen Sie die Maxima des Wasserspiegels und des Durchflusses und Exportieren Sie die Erbebnisse als Shape-Datei.
(4) Joinen Sie in ArcMap die minimalen mit den maximalen Shape-Dateien zusammen und berechnen Sie die Differenzen. Suchen Sie nach auffälligen Differenzen.
Indem Sie nicht die gesamte, detaillierte Ergebnisdatei nach MIKE URBAN laden, sondern nur bestimmte Zeitschritte auswählen, können Sie Ihr betrachtetes Zeitfenster verschmälern.
MIKE View bietet ein eigenes Werkzeug, um Instabilitäten aufzufinden, und zwar unter „Werkzeuge > Berechnen > Instabilät“. Auch diese Auswertung wird man am besten mit der detaillierten Ergebnisdatei durchführen.